Autochthone Reben von Mallorca - von einheimischen, alteingesessenen Weinsorten
Autochthone Reben sind Weinsorten, die in ihren jeweiligen Anbaugebieten beheimatet sind. Als autochthon gelten sie dann, wenn sie nicht nur ausschließlich in der jeweiligen Region wachsen, sondern dies dort bereits seit 200 Jahren tun. Dementsprechend sind die Trauben perfekt an ihr jeweils heimisches Klima angepasst. Auf Mallorca gibt es ca. 40 verschiedene autochthone Rebsorten von denen nur 7 für die Weinproduktion zugelassen sind.
Galten vor einigen Jahren diese Rebsorten noch als unwichtig oder schon fast ausgestorben, setzen die jungen Winzer vermehrt auf die ureigenen Schätze Mallorcas.
Diese sind: Prensal/Premsal/Moll, Giró Ros, Mantonegro, Callet, Escursac, Fogoneu und Gorgollassa.
Prensal/Premsal oder Moll – die weiße Seele Mallorcas
Die Weißweine bestechen durchwegs mit Aromen von frischen Früchten, wie Apfel, Birne oder Zitrus und einem blumigen Hintergrund. Auch Noten von Anis und Mandel. Sortenrein entstehen frische leichte Weißweine, im Cuvée mit Chardonnay, Viognier oder Moscatel komplexe, fruchtige Weine, die perfekt zu Meeresfrüchten und mediterranen Gerichten passen.
Giró Ros – gerettet aus der Vergessenheit
Diese Traube ist in der Farbe zwischen weiß und rot. Trotzdem werden ausschließlich Weiß- oder Roséweine aus ihr gekeltert. Die Weine sind kräftig und weisen komplexe Aromen von Zitrusfrüchten, gelber Frucht, wie Pfirsich oder Aprikose und Kräutern auf. Häufig im Holz ausgebaut, besticht der Giró mit dichtem, voluminösem Mundgefühl.
Callet – Kultrebsorte mit Charakter
Traditionell ausgebaute Weine aus dieser roten Traube sind eher hell und haben einen niedrigeren Alkoholgehalt. Mit angenehmer Säure und den Aromen von Waldbeeren, Kakao, Zimt und Vanille, haben Callet-Weine einen runden ausgeglichenen Geschmack. Oft wird Callet mit Cabernet Sauvignon und Syrah oder Merlot kombiniert.
Mantonegro – die schwarze Seele Mallorcas
Der Name bedeutet ‘schwarzer Umhang‘. Hauptsächlich in der Region um Binissalem angebaut, werden aus der roten Traube sowohl Rot- als auch Weißweine und Rosés gekeltert. Die Rotweine sind eher hell in der Farbe, jedoch körperreich und aromatisch. Aromen von roten und schwarzen Früchten, wie Kirsche, Pflaumen und Brombeeren, erdige Noten und mediterrane Würze geben der Traube ihren Charakter. Gerne wird der Mantonegro als Cuvée mit Merlot, Cabernet Sauvignon oder Syrah präsentiert.
Gorgollassa - Vor dem Vergessen gerettet
Die autochthone (einheimische) rote Rebsorte Gorgollassa war fast ausgestorben und wurde unter anderem von der Bodega Ribas ‚wiederbelebt‘. Seit 2012 anerkannt, wird sie hauptsächlich im Gebiet um Binissalem angebaut. Die Rotweine haben eine leichte Säure und Alkoholgehalt, sanfte Tannine und bestechen mit einem feinen Erdbeeraroma. Sehr selten gibt es reine Gorgollassa-Weine, fast immer sind sie im Cuvée mit verschiedenen anderen Rebsorten ausgebaut.
Fogoneu - Die unbekannte Traube von Mallorca
Die rote Traube zählt zu den ältesten Rebsorten der Insel und wächst hauptsächlich in der Region um Felanitx. Leichtigkeit, Frische und eine geringe Säure zeichnet sie aus. Meist im Cuvée ausgebaut, bringt sie rote Frucht und eine feine Gewürznote mit.
Escursac - Fast vergessen - heute ein Geheimtipp
Die einheimische rote Traube Escursac wurde 2011 wieder in das Rebsorten-Register aufgenommen. Vornehmlich im Norden Mallorcas beheimatet. Die kleinen, dünnschaligen Beeren haben wenig Tannin, aber ein blumig-ätherisches Aroma, mit Noten von Kirschen und Himbeeren und einer feinen Würze. Eher selten sortenrein gekeltert, findet man Escursac oft im Cuvée.